Bolivien/Peru

Aus der Luft

Hier beginnt ein spezielles Kapitel für Bilder aus dem Flugzeug und von Flugplätzen. Man sagt ja so schön, dass - von oben oder aus der räumlichen oder zeitlichen Ferne betrachtet - sich das Wesentliche leichter erkennen läßt. Nun hat man aus einem Flugzeug einfach einen besseren Überblick und so ist es für mich immer wieder ein besonderer Moment, aus einem Flugzeugfenster zu schauen...
Ankunft in Santa Cruz Unsere Ankunft in Santa Cruz war schon deshalb etwas besonderes, weil es der Beginn der Tour war. Wir kannten Bolivien nur aus dem Reiseführer und Kommentaren aus dem Internet. Was würde uns erwarten? Santa Cruz ist ja nicht nur aufstrebendes Zentrum der Erdgaswirtschaft des Landes, sondern auch Hauptumschlagplatz für Drogen. Wie sicher waren wir als Touristen? Um es vorwegzunehmen: Wir haben uns nie unsicher gefühlt, weder in Bolivien noch in Peru. Allerdings ist es natürlich empfehlenswert, aufmerksam zu sein und in den Orten unübersichtliche Plätze in der Nacht zu meiden.
Santa Cruz liegt noch im flachen Land Boliviens, kurz vor dem Übergang zur Andenregion. Schaut man über die Stadt, fällt das Grün der Bäume auf, es gibt keine auffallenden Gebäude und später wird sich auch bestätigen, dass es hier ein interessantes Flair, aber keine besonderen Sehenswürdigkeiten gibt.
nationaler Flugplatz 'El Trompillo' Santa Cruz Während die internationalen Flüge vom neuen Flughafen 'Viru Viru' bedient werden, starten die innerbolivianischen Flüge vom nationalen Flughafen 'Trompillo', der aus einer Startbahn und einem kleinen Gebäude besteht. Wir sind schon das zweite Mal hier, denn unser gebuchter Flug war am Vortag etwa zwei Stunden vor Start abgesagt worden. Diesmal hatten wir aber bis zur Abfahrt aus dem Hotel im Internet geprüft, dass keine Absage erfolgt.
Das Gepäck wird gleich vom Schalter aus neben die Startbahn gestellt. Dort sehen wir dann, wie ein Drogenhund alle Koffer und Rucksäcke begutachtet. Drogenkontrolle im nationalen Flugplatz Santa Cruz nationaler Flugplatz 'El Trompillo' Santa Cruz Kurz vor der Startzeit erfolgt der Aufruf zum Flug. Beim Verlassen der Wartehalle bekommen die Passagiere gleich ihre Mahlzeit, ein belegtes Brötchen, in die Hand gedrückt. Dann laufen wir hinüber zum bereitstehenden Flieger der regionalen Gesellschaft Aerosur, der nebenbei noch aufgetankt wird. Als wir im Flugzeug sitzen sehen wir noch einzelne Passagiere, die sich wohl etwas verspätet haben, zum Flieger hasten...
Hier ist nun auch die passende Gelegenheit zu erklären, warum wir überhaupt einige Inlandsflüge genutzt haben. Es liegt ja die Vermutung nah, dass wir einfach zu faul geworden sind. Als ich in Vorbereitung der Tour die Reiseführer befragt hatte, wie lange zum Beispiel die Busfahrt von Santa Cruz nach Sucre dauert, fand ich die Angabe 13 bis 15 Stunden ziemlich lang. Im Vergleich dazu dauerte der Flug 35 Minuten!
Wenn man wenig Zeit hat, dann ist der Flug die bessere Lösung. Schaut man dann vom Flugzeug nach unten, sieht man auch, warum es der Bus ungleich schwerer hat. Der Übergang zwischen Flachland und Andenregion ist durchzogen von zerklüfteten Bergformationen. Außerdem sind weite Straßenbereiche nur Schotterpisten.
Beim Anflug auf die Hauptstadt Sucre fliegen wir in einem großen Bogen an der Stadt vorbei und suchen erst einmal vergebens, wo hier auf der Höhe von knapp 3000m eine Landepiste im unebenen Gelände sein könnte. Der Flugplatz Sucre ist dann wie gewohnt klein, mit einer Start- und Landebahn. Man kann erahnen, dass das übersichtliche und schön gelegene Sucre mehr die konstitutionelle Hauptstadt ist, die wirtschaftlichen Zentren mit z.B. Santa Cruz, El Alto, La Paz, Cochabamba woanders liegen.

Hier nähern wir uns 'La Paz'. In der Ferne sehen wir die 'Cordillera Real', eine Bergkette mit mehreren 6000er Gipfeln, deren höchster Berg, der Illimani 6439m aufragt.
Die Häuser, die wir sehen, gehören allerdings die Stadt 'El Alto', die sich auf der Hochebene (ca. 4100m) ausbreitet. Die Straßen sind in festen Mustern angeordnet, zwischen den einfachen Häusern taucht nur hin und wieder eine hervorstechende Kirche auf. Hier oben wohnen die einfachen Menschen, die aus dem Hochland kommend von der Großstadt La Paz angezogen werden. Sie müssen dann, wenn sie Arbeit in La Paz gefunden haben sollten, jeden Tag mit einem der hunderten Microbusse in die eigentliche Metropole fahren. Oder sie finden in den hier oben angesiedelten Industriebetrieben einen Arbeitsplatz.
'El Alto' ist von der Einwohnerzahl die zweitgrößte Stadt Boliviens (nach Santa Cruz), knapp 1 Millionen Menschen sollen hier in dieser kargen Höhe wohnen. 'El Alto' ist eine der am schnellsten wachsenden Städte der Welt. Noch 1992 wohnten hier knapp 425.000 Menschen.

Der Flughafen 'Aeropuerto Internacional El Alto-La Paz J. F. Kennedy' ist der höchstgelegene internationale Flughafen der Welt. Wegen der dünnen Höhenluft ist die längste Start- und Landebahn 4000m lang, damit die Flugzeuge genügend Auftrieb beim Start entwickeln können.
Uns empfängt der Flughafen mit Regen und Wind. Gleich an der Gangway erhalten wir Regenschirme und dürfen damit ins Flughafengebäude laufen. Aber das Wetter wird sich noch bessern...