Bolivien

Land und Leute

Ein so kurzer Aufenthalt vermittelt nur ein Gefühl davon, was ein Land und ihre Bevölkerung ausmacht.
Diese Bilder zeigen die Menschen aus Bolivien, aus La Paz, Sucre oder vom Titicacasee. Und selbst aus diesem Land repräsentieren sie nur einen Teil, nämlich meist den der indigenen Bevölkerung des Hochlandes, das wir durchquert haben.
Natürlich war es als erstes interessant, die 'Cholitas', die Frauen mit ihren dicken Röcken, Schultertuch und auffälligen Melonenhüten zu sehen, die wie ein Wahrzeichen des Fremden erscheinen. Die Hüte sind allerdings gar nichts so Traditionelles, sondern wurden erst mit den britischen Eisenbahnern vor etwa 100 Jahren in die Mode übernommen.
Im Alltag fallen die vielen Händler auf, die in kleinen Läden oder an Ständen am Straßenrand ihre Waren anbieten. Es ist toll, gerade in Bolivien die vielen bunten, kleinen und exotischen Dinge anzusehen. Hier wird man nicht bedrängt etwas zu kaufen. Oder man staunt über die Telefonanbieter in den Straßen von La Paz. Da führen irgendwo auf dem Fußweg einfach die Kabel herunter zu einem oder zwei Telefonen. Dort kann man gegen ein kleines Entgeld mal schnell telefonieren. Für die Händler heißt der Alltag, von früh 8 Uhr bis abends 22 Uhr ihr Geschäft zu betreiben, einschließlich Samstag. Manche haben auch am Sonntag geöffnet.
Die Frauen haben öfter ihre kleinen Kinder, die noch nicht im Schulalter sind, am Stand. Es scheint normal, dass ein eingewickeltes Baby einfach zwischen dem Fleisch eines Marktes liegt. Ansonsten fallen die vielen jungen Menschen auf, die auf den Straßen sind.
Besonders in Peru sahen wir oft Schulklassen in einheitlicher Kleidung, die zum Beispiel mittags gemeinsam unterwegs waren und sich zusammen mit ihrer Lehrerin auf einem ruhigen Platz in der Stadt ausruhten. Oder auf einem freien Platz fand so eine Art Tanz- oder Sportunterricht statt und die Mädchen und Jungen machten ihre Übungen zum Flötenspiel ihres Lehrers. Kinderwagen sieht man normalerweise nicht, diese Aufgabe übernehmen die Tragetücher.
Am Sonntag sind die Familien unterwegs, sehr schick angezogen. Die Parks sind bunt und gut gefüllt, Eltern sitzen auf den Bänken und die Kinder spielen auf den Wegen. In La Paz spielt auf dem 'Prado', der Hauptstraße, ein Spielmannszug. Die Kirche ist übervoll und es gibt ein Getümmel wie auf einem Markt. Ein junges Paar lässt sich von einem Fotografen ablichten. Jugendliche Schuhputzer, die ihre Gesichter unter Mützen verhüllen, weil sie Straßenjungen sind und nicht diskriminiert werden wollen, bieten ihre Dienste an. Verkäufer mit Süßspeisen laufen über den Platz. Wir werden am nächsten Tag in einer anderen Stadt sein...