Bolivien, La Paz
Ausflug zum Chacaltaya
Für diesen Tag hatten wir uns eine besondere Tour vorgenommen. Sie sollte uns auf den Berg Chacaltaya führen, auf eine Höhe von ca. 5300 Metern.
Für die Fahrt kam nur ein Taxi in Frage, es gibt keine andere Möglichkeit, über die steinigen Pisten nach oben zu gelangen. Über die Tourisbus-Agentur hatten wir dann nicht nur das Fahrzeug mit Fahrer bekommen, sondern gleich auch einen Führer.
Das ganze lohnte sich dann auch, weil wir anschließend gleich zum 'Valle de la Luna' gefahren sind...
Die Strecke führte uns recht schnell auf eine steilere steinige Straße hinauf nach 'El Alto', der Stadt auf der oberen Andenebene. Von hier aus hatten wir schon einmal einen tollen Blick zurück auf die Häuser von 'La Paz'.
Praktisch gleich nebenan befindet sich der schneebedeckte 'Huayna Potosí' (6088m), die Schneegrenze liegt hier ungefähr bei 5500m.
Der Chacaltaya war noch vor einigen Jahren das Skigebiet von La Paz, das höchstgelegenste der Welt. Vom gleichen Gletscher erhält die Stadt noch ihr Trinkwasser.
Leider kann man gerade hier sehr anschaulich wahrnehmen, wie sich Veränderungen im Klima auswirken. Der Gletscher ist fast komplett abgeschmolzen. Das heißt, Skifahren ist nicht mehr möglich, La Paz wird sich eine neue Wasserquelle suchen müssen.
Mit dem Auto kommt man über die Schotterpisten bis zur ehemaligen Skihütte. Von dort aus ist es möglich, zwei kleine Gipfel zu besteigen. Der höhere von ihnen wird mit einer Höhe von ca. 5420m angegeben.
Eigentlich sieht das alles nicht so dramatisch aus, aber auf dieser Höhe ist eben alles etwas anders...
Es beginnt mit einem relativ steilen Anstieg. Wir laufen los...
Bei mir ist es so, dass nach kurzer Zeit schon der Puls spürbar ansteigt und das Herz merklich pocht.
Ich bin zwar fit, merke aber, dass offensichtlich die paar Tage Andenhöhe noch nicht ausreichend zur Gewöhnung an die Höhe beigetragen haben.
Also müssen wir ungewöhnlich oft anhalten und durchatmen. Das ist aber nicht schlimm, hat man doch jedes Mal einen neuen, schönen Blick über die Landschaft, entweder über die Berge der Cordillera Real oder das Andenplateau mit dem ca. 30km entfernten 'El Alto'.
Schaut man die seichten Hänge des Chacaltaya hinunter, entdeckt man eine Reihe kleiner Seen mit unterschiedlichen Wasserfärbungen.
Es dauert auch nicht lange und wir haben eine herrliche Aussicht über die Skihütte und die Andenebene.
Das Wetter nicht optimal und die Ferne verschwimmt im leichten Dunst.
So geht es weiter, Stück für Stück aufwärts. Nachdem wir den ersten Gipfel bestiegen haben, wollen wir auch den zweiten noch schaffen. Wir wählen einen nicht so steilen Weg, schließlich haben wir gelernt, dass man die Anstrengungen hier gut dosieren sollte.
Dann ist es auch endlich geschafft! Der höchste erreichbare Punkt ist erklommen. Hier oben zieht es schon mächtig, so dass die warme Kleidung absolut gerechtfertigt ist. Natürlich sind wir nicht die Einzigen hier oben und es ist kein Problem, ein gemeinsames Gipfelfoto zu schießen. Obwohl es keine große Tour war sind wir doch etwas stolz, jetzt hier oben zu stehen.
Nebenbei bekommen wir auch mit, wie andere diesen Höhepunkt feiern. Von zwei Mädchen lassen wir uns demonstrieren, was ein richtiger Gipfel-Jump ist. Man springt hoch, hält die Beine bis zu den Knien geschlossen und wirft nur die Füße locker zur Seite. Bei ihnen sieht es auch gut aus. Wir haben diese Theorie nicht umsetzen können und werden also noch in Zukunft daran feilen müssen...
Zum Schluss bleibt nur noch ein letzter Blick aus der Höhe, der Abstieg ist viel leichter und es geht zurück nach La Paz.
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