Bolivien, Santa Cruz

Ausflug nach 'Lomas de Arena'

Ein Ausflug sollte uns nach 'Lomas de Arena' führen, nur einige Kilometer von Santa Cruz entfernt. Laut Beschreibung eine kleine Sanddüne, die sich unablässig mit dem Wind in Richtung Norden in das Grün der Natur schiebt. Für die Fahrt hatten uns am Hotel ein Taxi bestellt. Es war ein kleiner Wagen mit gesprungener Windschutzscheibe, die Anzeigeinstrumente funktionierten nicht und ohnehin belastende Technik wie das Radio war ausgebaut (das war aber ziemlich normal hier).
Dafür war der Taxifahrer ein ausgesprochener Optimist...
Kaum hatten wir die Hauptstraße verlassen, bahnte sich das Auto den Weg über unbefestigte Schotterpisten. Man staunt immer wieder über die Robustheit von Autoreifen, ich würde bestimmt Bedenken haben, mit dem eigenen Auto diese Wege zu nehmen. Bis auf eine kleine Hinweistafel am Anfang gab keine Ausschilderung zu unserem Ziel und auch der Taxifahrer fuhr bald ratlos umher. Nach 'Lomas de Arena' fahren offensichtlich nicht viele Touristen.
In dem Gebiet standen zwar vereinzelt Häuser, aber viele Menschen waren hier auch nicht mehr anzutreffen. Nachdem wir zweimal nachgefragt hatten, wurde unsere Orientierung aber besser. Wir passierten noch einen kleinen Bach an einer flachen Stelle, dann kam das Eingangstor zum Schutzgebiet in Sicht. Von hier aus würden es noch zwei, drei Kilometer bis zu den Dünen sein.
Wie erwartet wurde auch der Boden immer sandiger und die Spuren der letzten Fahrzeuge immer tiefer. Bald schwamm das Fahrzeug hin und wieder im weichen Untergrund - eigentlich ein guter Hinweis, die Weiterfahrt zumindestens in Frage zu stellen - aber der Fahrer blieb mutig auf seinem Kurs. Bis wir irgendwann im tieferen Sand steckten.

Vielleicht ist es nur eine typisch deutsche Vorgehensweise, alle mögliche Gefahren vorher abzuwägen, einschließlich der Wertminderungen des geliebten Autos. Hier wurde eben einfach gefahren, bis es nicht mehr ging. Und darauf zu vertrauen, dass man wieder rauskommt. Und das hat ja schließlich auch geklappt, wir haben zu dritt geschoben und irgendwie hat sich das Taxi wieder aus den Sand geschlingert.
Dann hieß es eben: Fahrer und Fahrzeug zurück lassen und den Rest der Strecke selbst laufen. Irgendwie gehört das eben auch dazu. Dafür wurden wir belohnt mit einem tollen Blick über die Sanddünen. Kein Mensch außer uns war hier draußen, also konnten wir in Ruhe über die weiten Sandflächen laufen und nach Fotomotiven suchen. Die Gegend hat eine übersichtliche Größe, so kamen wir auch bald an den Dünenrand, von dem man einen weiten Blick auf das Grün der Bäume und Büsche hat, denen das Schicksal droht, vom wandernden Sand bedeckt zu werden. Die Zeit verging schnell und nach zwei Stunden entschlossen wir uns, zurück zum Fahrzeug zu gehen. Aber selbst so wenig Wüste hatte schon den Effekt, dass wir uns mit der Orientierung nicht mehr sicher waren. Einen Kompass hatten wir schon generell für die Reise mitgenommen, aber bei dieser banalen Tour natürlich nicht dabei.Das Taxi selbst war nicht zu sehen. Jeder von uns hatte in diesem ansonsten flachen Gelände andere Orientierungspunkte im Kopf, die sich aber nicht als so eindeutig herausstellten, wie sie schienen. So dauerte es noch eine knappe Stunde und einige hundert Meter querfeldein laufen, bis das wartende Auto wieder in Sicht war... Es wurde auch Zeit, denn in ein paar Stunden startete der Flieger nach Sucre.